Sozialpsychologie


Download_AudioEpisode 60:

Die Psychologie des Überzeugens - Das Elaboration Likelihood Modell

Wann sind wir besonders empfänglich für Überzeugungsversuche?

Psychologie_BeeinflussungOb in der Werbung, in der Politik oder im alltäglichen Gespräch mit Bekannten oder Freunden: Überzeugungsversuche sind allgegenwärtig.
Insbesondere in der Werbung basiert Beeinflussung eher selten auf stichhaltigen Argumenten. Stattdessen setzt Werbung häufig auf (vermeintliche) Experten, Prominente Persönlichkeiten oder Mitreißende musikalische Unterstützung. Nicht selten werden sogar Models visuell überarbeitet oder  Sprecherstimmen von Sound-Designern noch angenehmer gestaltet. 

Aber lassen wir uns tatsächlich von diesen oberflächlichen Merkmalen blenden?
Und wenn ja - unter welchen Umständen?

Das aus der Sozialpsychologie stammende Elaboration Likelihood Modell (Petty & Cacioppo) liefert gute Vorhersagen...  




Download_AudioEpisode 59:

Belohnungen aufschieben können - Einflüsse von Kultur und Religion

Sind Amerikaner ungeduldiger als Koreaner?

Kultur_PsychologieDie Fähigkeit, kurzfristigen Belohnungen zugunsten zukünftiger Errungenschaften zu entsagen, kann in vielen Situationen von großem Vorteil sein.
Umso wichtiger ist die Frage, ob es sich hierbei um eine angeborene oder erlernte Eigenschaft handelt. Auch wenn der Einfluss der Gene (z.B. Anokhin et al. 2011) nicht von der Hand zu weisen ist, so liefern insbesondere kulturvergleichende Untersuchungen (z.B Ost vs. West) Hinweise auf die Bedeutung der Umwelt.




Zugespitzt:
Kann schon allein der Gedanke an Amerika ungeduldiger machen (Chen et al. 2011)?
Und: Sind Katholiken ungeduldiger als Calvinisten (Paglieri et al. 2013)?




Download_AudioEpisode 53:

Manipulation entlarvt: Die Reaktanztheorie von Jack Brehm

Reaktantes Verhalten kann uns vorhersehbar und manipulierbar machen...

Reaktanz_Manipulation_Reaktanztheorie"Räum dein Zimmer auf!" - "Nicht Jetzt..."
"Du wirst es nie zu etwas bringen." - "Dir werd ich's zeigen..."

Wir mögen es nicht, wenn man uns sagt, was wir tun oder lassen sollen. Wenn wir eine Einschränkung unserer Freiheit befürchten, reagieren wir häufig mit Reaktanz.

Aber gibt es Mittel und Wege dieses widerspenstige Verhalten eines "Verhandlungspartners" zu umgehen?
Besonders vielversprechend erscheint eine "Zauberformel", die in den Studien von Gueguen & Pascual (2000; 2006) zum Einsatz kam...




Download_AudioEpisode 52:

Kann unsere Intelligenz durch Priming und Placebo-Effekte manipuliert werden?

Denk an einen Professor und schon wirst du schlauer...?

Intelligenz_Manipulation_PrimingSag mal ganz schnell hintereinander: "Blut, Blut, Blut, Blut, Blut, Blut, Blut..."
Und bei welcher Farbe gehst du über die Ampel? "Rot. Ahhh..."

Viele kennen dieses oder ähnliche Spielchen, aber nur wenige kennen den psychologischen Effekt, der uns falsch Antworten lässt: Priming
(z.B. Hopkins et al., 1968).
Beim Priming werden neuronale Netzwerke bestimmter Begriffe oder Konzepte "vorgeglüht" (to prime = vorbereiten).



Da manche Konzepte im Gehirn besonders eng
miteinander assoziiert sind, kann die Aktivierung des einen Konzepts (z.B. "Blut"), die Aktivierung eines anderen vorbereiten ("Rot").
Aber wie groß sind die Effekte des Primings wirklich? Kann z.B. schon allein das Nachdenken über einen Professor unsere Intelligenz steigern?
Und: Welche Effekte können Placebos auf unsere geistige Leistungsfähigkeit haben?




Download_AudioEpisode 18:

Erziehung - Warum es gut ist, einenPlan B zu haben

Kind mit VaterAllzu häufig enden reaktive Erziehungsgsversuche bezgl. Hausaufgaben, Zimmer aufräumen oder Zähne putzen in heftigen Auseinandersetzungen. Eltern drohen mit Strafe - Kinder reagieren mit Trotzreaktionen (Reaktanz) und Beleidigungen. Im Nachhinein ist das schlechte Gewissen (kognitve Dissonanz) auf beiden Seiten groß - besonders wenn es sogar zu Handgreiflichkeiten kam. Beide Seiten stehen dann unter Rechtfertigungsdruck. Schließlich weiß jeder in seinem Innersten, dass es falsch ist, sein Kind zu schlagen bzw. dass es falsch ist, sich gegenüber den Eltern respektlos zu verhalten.

Leider entlasten wir unser schlechtes Gewissen dann manchmal indem wir den anderen abwerten. "Ich hab mich doch nur so verhalten weil er/sie ein schlechter Mensch ist."
Dadurch verhärten sich jedoch die Fronten und ein normaler Umgang wird immer schwieriger.
Der proaktive Ansatz des collaborative problem solvings versucht diesen Teufelskreis zu durchbrechen und gleichzeitig die Problemlösefähigkeiten des Kindes zu trainieren.



Download_AudioEpisode 16:

Classroom management (3/4) -
Plädoyer für den konsequenten Umgang mit Regeln

KlassenführungObwohl kaum jemand bestreiten würde, dass Regeln sehr hilfreich sein können, so fällt es doch häufig schwer, diese zu etablieren. Zu oft kapituliert man vor dem vermeindlich großen Widerstand, der sich erhebt, wenn man Regeln durchzusetzen versucht.
Wenn wir jedoch Regelverstöße tolerieren, dann heißt das für den einzelnen Schüler: "Naja, wenn sich die anderen nicht an die Regeln halten... Warum soll ich mich dann dran halten?"
Der Aufwand, den wir nun betreiben müssen, Störungen einzudämmen, ist meist um ein Vielfaches größer, als wenn wir gleich auf den ersten Regelverstoß reagiert hätten.
Dass beobachtete Delikte tatsächlich eine Flut weiterer Regelverstöße nach sich ziehen können, zeigte sich auch in den faszinierenden Feldexperimenten des Psychologen Kees Keizer...



Download_AudioEpisode 13:

Exkurs (2/2): Können die Medien unser Konsistenzstreben ausnutzen?

Medienkonsum_ManipulationIm zweiten Teil des Referats erzähle ich unter anderem wie ich die foot-in-the-door-Technik am eigenen Leib erfahren habe und wie die throwing-a-low-ball-Technik von manchen Autoverkäufern eingesetzt wird. 
Außerdem stellen wir uns der Frage: Können diese erwiesenermaßen wirksamen Manipulationstechniken auch von den Medien eingesetzt werden oder fehlen dazu entscheidende Rahmenbedingungen?



Download_AudioEpisode 12:

Exkurs (1/2): Warum uns das Streben nach Konsistenz manipulierbar macht...

Manipulation_MarionetteEs ist ein Bedürfnis des Menschen als stabile Persönlichkeit wahrgenommen zu werden.
Kaum jemand gilt gerne als wankelmütig oder unzuverlässig. Daher halten wir uns - nicht zuletzt um bei den anderen einen guten Eindruck zu hinterlassen - meistens an die Regel:
"Wer A sagt muss auch B sagen".
Aber eben jene Neigung, sich an diese Regel zu halten, kann ausgenutzt werden um uns zu manipulieren...



Download_AudioEpisode 11:

Wie sinnvoll sind Strafandrohungen?

Strafandrohung

"Wenn du die Mathe-Aufgaben nicht machst, dann bekommst du 2 Wochen Computer-Verbot."
Was auf den ersten Blick eine extrem effektive Vorgehensweise zu sein scheint, jemanden dazu zu bringen das "Richtige" zu tun, kann auf lange Sicht voll nach Hinten losgehen. Warum? Hört rein...



Download_AudioEpisode 10:

Der "overjustification effect" oder korrumpiert Belohnung wirklich die intrinsische Motivation?


Belohnung_Geld"Earning by Learning"
 heißt ein in den USA durchgeführtes Programm, bei dem Schüler für's Lernen bezahlt werden.
Um eine intiale Motivation herzustellen sind Belohnungen sicherlich sehr effektiv. Was passiert jedoch wenn diese extrinsischen (von außen kommenden) Belohnungen abgesetzt werden?
Können Belohnungen auch nach hinten losgehen und eine vorhandene intrinsische Motivation zerstören? Die Forschung zeichnet ein differenziertes Bild...



Download_AudioEpisode 9:

Wie lobt man richtig?


kleines PflänzchenBeim Loben kann man doch nichts falsch machen, oder?

"Du bist ein Riesentalent." "Du bist ja so begabt." Warum solche gutgemeinten Formen des Lobens vielleicht nicht ideal sind, wurde in den letzten beiden Episoden schon angesprochen. Worauf sollten wir noch achten, wenn wir anderen - in unserem Fall natürlich Schülern - unsere Anerkennung zu Teil werden lassen wollen?

 

Download_AudioEpisode 6:

Moralpredigt vs. Man wird wie man gesehen wird...

Moralpredigt"Ihr solltet euren Klassenraum sauberhalten." "Ihr solltet besser zuhören." "Ihr solltet mehr tun für Mathematik. Mathe ist wichtig!" Häufig verbringen Lehrer und Eltern viel Zeit mit solchen "Moralpredigten". Aber bringen sie überhaupt etwas?
Studien legen nahe, dass es sicherlich effektivere Vorgehensweisen gibt.



Download_AudioEpisode 5:

Der Rosenthal-Effekt (3/3) - Verhängnisvolle Aussagen

Rosenthal_Effekt"Du bist wohl nicht auf der richtigen Schule." "Eine blinde Henne findet auch mal ein Korn." "Sitzen hier lauter Idioten?"...
Solche Aussagen können sich geradezu in unser Gedächtnis einbrennen und der Anfangspunkt einer negativen self-fulfilling prophecy sein. 
Aber: Es ist es auch möglich einem Kind eine positive Vision mit auf den Weg zu geben. Wie? Hört rein...



Download_AudioEpisode 4:

Der Rosenthal-Effekt (2/3) - Free your mind

kluger HansUnter anderem über ein Pferd das kleinste Körpersignale lesen konnte und einen Psychologen, der es ihm gleich tat... 
Was wir einem Schüler zutrauen, schlägt sich auch in unserer Körpersprache ihm gegenüber nieder. Von welchen fehlgeleiteten Erwartungen sollten wir "unseren Geist befreien", um nicht verhängnisvolle (nonverbale) Rückmeldungen zu geben?



Download_AudioEpisode 3:

Der Rosenthal-Effekt (1/3) oder man wird wie man gesehen wird...

Man wird wie man gesehen wirdEiner der mächtigsten und eindrucksvollsten psychologischen Effekte die es gibt. Wenn ich denke ein Schüler wird sich besonders gut entwickeln, bekommt dieser von mir auch eine besondere Behandlung (besondere Hilfestellungen, häufigeres Zunicken/Zulächeln). Das führt dazu, dass er immer mehr an sich und seine Fähigkeiten glaubt. Er wird besser, wodurch ich in meiner Einschätzung bestärkt werde und ihn weiterhin (meist unbewusst) bevorzugt behandle.
Dass dieser Effekt auch dann eintreten kann, wenn es sich bei dem Schüler "nur" um einen Durchschnittsschüler handelt, konnten u.a. Robert Rosenthal und seine Kollegen in bemerkenswerten Studien zeigen...